Coco wurde von meinem früheren Lebensgefährten angeschafft - ich war eigentlich bis zum
Schluß dagegen- weil wir nun mal in den Sommermonaten sehr viel zu tun haben, und nicht
genügend Zeit für Käfige säubern und-und-und. Ich wurde nicht weiter gefragt und plötz-
lich war Coco auch schon da! Nicht missverstehen bitte – tierlieb bin ich schon immer, aber
beruflich hab ich hier eigentlich beide Hände voll zu tun. Schon nach der ersten
Nacht guckte sich Coco die Welt von außerhalb des Käfigs an.Ich hatte zwar keine Angst –
aber so rundum dummes Gefühl, wenn Coco seine Runden drehte, bei denen er mir
dann entgegenflog, und wie selbstverständlich - von Anfang an auf meinem Kopf landete!
Meine Größe kam ihm wahrscheinlich gelegen!!:-)) Ich hab' wohl die Größe, die ein junger
Geier so anzielt, wenn er mit dem Fliegen ja erst richtig beginnt:-))
Das „dumme Gefühl" hatte sich schnell gelegt; es war Januar und wir hatten viel Zeit für
ihn. Schon nach 2 Wochen war er handzahm und ganz dolle lieb! (Coco ist Handaufzucht!!)
Als es in das späte Frühjahr ging, die Zeit weniger wurde, schafften wir noch einen großen
Käfig für den Garten an, damit wir ihn dann im Sommer an die Luft lassen konnten und er
mehr Abwechslung hat!
Ich hatte mir inzwischen - da ich leider sehr unerfahren war - (man will ja nicht's verkehrt
machen!) die drei deutschen Bücher über Graue angeschafft (viel mehr gibt's ja nicht!!) u.
hatte viel gelesen! Denke mal zu viel in einem Buch, in dem über das *Stutzen* genau
berichtet wurde! - Und vor allen Dingen - w i e man *richtig* stutzt!! Insider werden sicher
wissen, welches gemeint ist:-)).
Ich schaffte Coco immer nach draußen, zwar in einer kleinen Katzenbox - aber irgendwie war
mir das immer eine unsichere Angelegenheit! Dachte immer über Stutzen nach - konnte mich
eigentlich aber auch nicht dazu entschließen!! Hatte ihn unheimlich lieb und hatte immer
Angst, daß er mir eines Tages wegfliegt!! Kommt dazu, daß ich ihn eines Tages auf der
Schulter hatte und im Treppenhaus leicht stolperte, flutsch war Coco ein Stockwerk höher!
Da in unserer Gaststätte auch immer die Haustüre offen steht – der Papa immer hinter mir her
wer - entschloß ich mich dann doch, ihn ein "bisserl" stutzen zu lassen!! Habe mir das nie
verziehen! Die Anleitungen dazu hatte ich nachgelesen.
Also - Vet. angerufen,- der kam - ich mußte ihm Coco übergeben - er ließ sich schon damals
von niemand anders nehmen als von mir, er war auf mich fixiert! Mein Lebensgefährte blieb
dabei und ich ging aus dem Zimmer. Fünf Minuten später holte er mich wieder! Ich mußte
Coco nochmals dem Vet. übergeben!! Er hatte ihn anscheinend wenig gestutzt, hingesetzt und
Coco flog wie eine Rakete davon! Also der nächste Versuch - wie der erste - und da hat er ihn -
dacht' ich damals - zu viel gestutzt! Heute weiß ich -


beim "STUTZEN" gibt es kein *zu wenig* oder *zu viel*....
Und dann ging alles los!
Coco wollte natürlich fliegen, fiel immer wieder runter und machte immer wieder
Bauchlandungen - und hatte irgendwann eine Wunde auf der Brust! So ging es dann
richtig los. Vet. bemühte sich immer immer wieder, Coco fing um die Wunde an zu
rupfen - und dann stellten wir fest, daß das Brustbein sichtbar war, die Wunde wuchs
einfach nicht mehr zu. Man konnte auch nicht nähen - und so pflanzte Vet.
Kalbshaut drauf, die zum Glück nach einer gewissen Zeit anwuchs!! Nur mußte er
dann das erste Mal Halskrause tragen! Die ersten drei Tage waren fürchterlich. Am
ersten Tag lagen wir nur zusammen auf dem Sofa, er ging von meiner Schulter nicht
mehr weg. War natürlich Riesenstreß für Coco. Hat sich aber gelohnt, die Kalbshaut
wuchs an.
Da war ich das erste Mal wieder richtig happy!Vielleicht haben wir dann die
Halskrause zu früh entfernt, er ließ das Rupfen nicht mehr!! Es wurde erstmal viel
schlimmer, wieder Halskrause (das waren die Tellerhalskrausen!!)! Hat aber nicht
viel bewirkt. Es war fürchterlich, fliegen konnte er nun auch nicht mehr u. weil ich
Angst hatte, daß der gesamte Hals kahl wird – und das er sich beim Klettern verletzten
könnte (das sah gemeingefährlich aus!!) wurde diese dann auch wieder entfernt!
Dann gab ich erstmal auf - bis auf das Sprühen von allen möglichen Dingen – was
man halt so hört!! Weiß nicht mehr was ich alles probiert habe! Nacheinander alles
was man mir sagte, aber es hat nunmal nichts genützt!! Konnte ihn auch relativ leicht
besprühen, da er ja nicht wegfliegen konnte! Vet. sagte mir damals den Satz: „der
fliegt nie mehr!!! Ich bereute das Stutzen so sehr!!

Doch ich wollte nun, daß er wieder fliegt - mir ging's nicht aus dem Kopf!! Ich
wechselte Vet., fuhr 1 1/2 Std. - weil er sich sehr mit Papas auskennt, sagte man - und
hatte erstmal Glück! Er gab ihm Narkose, (Isoflurangas!!), zog ihm die Kiele, hat ihn
geröntgt - weil Coco mittlerweile ganz dunkle Federn bekam - , Blut untersucht, usw..
Wurde Leberschaden festgestellt!! Nun mußte er auch noch auf seine Leckerle
verzichten! Wisst Ihr wie schwer das fällt?? Seitdem hat er auch Eßprobleme und ist
total zickig geworden. Ich gebe ja hiermit auch zu, dass ich einige Ernährungsfehler
gemacht habe, obwohl er von Beginn an nicht an Obst oder Gemüse ran
wollte!

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Anne's Graue
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