Wie Coco schon wieder seinen Schutzengel
strapazierte......
... und eigentlich sollte
Fasching sein - Februar 2002
Mein Chaot hat mich heute mal wieder in totale Aufregung
versetzt. Seit 5 Tagen saß Coco nunmehr dreiviertel des Tages in
einem im Geierzimmer stehenden Schrank und wartet auf seine
Henne. Die linke obere Ecke (sind alte Handtücher zum Zerfetzen
drin – sonst nix) hat er sich ausgesucht, nachdem die linke
Schranktüre auch ständig offen steht, damit die Geier was zum
arbeiten haben, da weiter unten auch eine Schüssel mit
Geierspielzeug steht. Ich verließ gegen 12.00 Uhr das Haus um
mal zu sehen was der Fasching so macht - es war ja "Lumpiger
Donnerstag". Gegen 18.00 Uhr kam ich nach Haus, natürlich der
erste Weg ins Geierzimmer. Komisch – keiner hatte mich begrüßt!!
Jacky saß auf ihrer Kletterstange, also rief ich nach Coco – yep,
der schaute aus dem Schrank nicht mal raus. Also musst ich
schon mal nachsehen. Totenstille – mich traf fast der Schlag – das
obere Schrankbrett fehlte und keine Spur von Coco. Ich rief nach
ihm – vergebens – und ganz schnell bemerkte ich, dass das obere
Brett unten auf dem zweiten Brett lag, ganz leicht schräg. Er muß
von oben ein Stockwerk tiefer geklettert sein, muß dort an den
Stiften gesdreht haben, die das obere Brett halten. Könnt Ihr Euch
vorstellen wie es mir ums Herz war? Ich hob es leicht an und
drunter lag Coco!!Kann Euch das Gefühl nicht beschreiben –
vorsichtig stellte ich es nun auf – und er bewegte sich, nachdem
ich etwas nachhelfen konnte in meine Richtung. Ziemlich
plattgedrückt nahm ich ihn vorsichtig und setzte ihn auf seine
Kletterstange! Es gelang – er blieb sitzen und als ich seine Augen
betrachtete, wurde ich langsam ruhiger. Sie waren ok – ich setzte
mich erst mal und beobachtete ihn eine Weile. Wer von uns beiden
dümmer geschaut hat – ich weiß nicht! Es dauerte nicht lange, er
versuchte die Federn zu spreizen, zitterte natürlich am ganzen
Körper und saß ansonsten nur ganz ruhig. Am Bauch hatte er eine
ziemlich große Druckstelle, die zum Teil offen ist.

Coco sah schlimmer aus, das Bild entstand schon nach dem ersten
Aufpludern und dem kläglichen Versuch, die Flügel zu schlagen..
Ich rief meinen Sohn zur Hilfe, ich war natürlich unheimlich aufgeregt .Dann habe ich das Telefon zur
Hilfe genommen und von Steff die ersten beruhigenden Worte gehört. Sie taten gut!!! Dann, nach dem
Anrufen verschiedener Tierärzte bin ich letztlich in der Tierklinik von Dr.Unger in Augsburg gelandet.
(mittlerweile war es ja schon 19.30 Uhr!!) Dort erhielt ich nach dem Beschreiben von Cocos Zustand
kompetente Auskunft und vor allem die Sicherheit, dass ich – sollte sich sein Zustand nachts
verschlechtern – jederzeit dorthin kommen könnte. Das beruhigte für das erste. Coco saß wo er saß und
machte einen recht verwirrten depremierten Eindruck , die Knochen taten ihm sicherlich ganz schön
weh! Nach einer weiteren Stunde lief er wohl ein paar Schritte, trank auch einen Schluck und nahm
zwei Körner aus meiner Hand. Ansonsten schien ihm für den Abend der Appetit vergangen zu sein. MIR
ALLERDINGS AUCH!. Er ließ sich gegen 22.00 Uhr auch ein Weilchen kraulen und dann setzte ich ihn wie
gewöhnlich auf seinen Platz im Geierzimmer. Beim GuteNacht sagen entlockte es ihm sogar die gleichen
Töne wie gewöhnlich! Ich hoffte, dass es gut geht.

2. Tag
Der erste Weg in der Früh führte natürlich ins Geierzimmer, wo es – wie jeden Morgen sehr ruhig war.
Coco saß auf seiner Stange, man sah, dass er sich schon eine ganze Weile geputzt haben musste. Sein
Federkleid sah im Vergleich zu gestern aus, als ob er in der Maske gewesen ist *grins*. Seinen Futternapf
allerdings hatte er nicht angerührt. Er nahm aus meiner Hand wieder zwei Körner, das wars – getrunken
hat er dann ein paar Schluck.
So sind wir dann in die Tierklinik von Dr. Unger nach Augsburg gefahren. Seine Wunde sah nicht mehr so
groß aus, allerdings war sie über Nacht sehr dunkel geworden.
"Es ist eine sehr starke Prellung über dem unteren Brustbein, und die Haut ist zum Teil abgestorben. Ich
hätte nun zwei Möglichkeiten: in Vollnarkose operieren, die abgestorbene Haut entfernen, nähen – oder
abwarten, ob der Körper die abgestorbene Haut allein abstößt, sich die neue Haut darunter bildet und das
ganze sich dann wie eine Schürfwunde beim Menschen zum Guten entwickelt. Mir wurde geraten
letzteres zu tun (was ich ohnedies getan hätte!). Es ist auch weder etwas desinfiziert oder gesäubert
worden, es sollte ihm jeglicher zusätzlicher Streß erspart werden."
und zusätzlich bestand der
ganze Kerl aus
Muskelkater.....
Seine Futternäpfe ignorierte er für zwei Tage, ließ sich allerdings hin und wieder von mir bedienen. Ab und zu
nahm er ein Korn – und knabbert mal an einer Walnuss rum. An dieser allerdings auch nur, wenn ich sie ihm
zum knabbern hingehalten habe. Aber er trank wenigstens hin und wieder. Auch wechselte er kaum seine
Stellung, er schonte sich wo es ging:-). Nur auf meiner Schulter konnte er sich am nächsten Tag bewegen,
wenn er gekrault werden wollte. Mein Mitleid hielt sich dann allerdings in Grenzen, nachdem ich beobachtete,
daß er versuchte kleine Kurzflüge zu unternehmen.
Es war sehr komisch, absolute Ruhe im Haus – auch Jacky tat, als ob es ihr die Sprache verschlagen hat –
und bei Coco hörte ich nur ab und zu mal leise: coco!!
Mir wäre der Radau, der manchmal nervt - viiiiiiiiiieeeel lieber gewesen.

Doch - am Abend des dritten Tages sah es schon wieder besser aus.

Sein Federkleid
brachte er der Reihe
nach wieder in Ordnung
-
und so sah es auch
nicht mehr gar so
schlimm aus.
und nun bleibt nur
ABWARTEN
Ihm geht es gut – mir natürlich auch wieder und der Fasching ist auch vorbei:-). Noch ist er im Vergleich zu
früher etwas ruhiger und endlich mal nicht sooooooooo wild!! Und trotzdem hoffe ich, dass sich auch das
wieder legt – ich hab festgestellt, dass gerade er mir WILD lieber ist, da weiß ich, ihm geht es gut!! Auf die
Schulter zu mir fliegt er bereits wieder, auch hin und wieder mal ne Kurzstrecke – allerdings hat er die
Düsenjägerflüge – und so ratz-fatz um die Ecken rum – noch eingestellt. Ich denk mal, er spürt, dass ihm
das noch nicht gut tut!
Geputzt hat er sich gestern abend in sämtlichen Richtungen, wieder so, als hätt er Gummiknochen!!
Besonders nachdem ich ihn das erste Mal wieder mit der Blumenspritze besprüht hatte. Auch das
Flügelschlagen hat geklappt – ob es mit dem Muskelkater gar nicht mehr so schlimm ist? Er wird es
wissen
!.
Das Schrankbrett unter dem ich Coco gefunden habe wiegt 2600 g. Ich würd schon sagen, dass wir ein
Riesenglück hatten und frag mich immer wieder, wie lange ein Geier das aushalten könnte??
Und den Schrank??? Den verachtet er total – die Türe steht offen (nachdem ich natürlich die Bretter
entfernt habe), sobald ich diese allerdings bewege, bekommt er nen stieren Blick *grins* und stellt die
Federn. Ausgebalzt!:-).
Und was noch neu ist: Wenn ich ihn auf der Schulter habe, sofort Köpfchen nach unten und gestreichelt
werden wollen. Also will er noch schööööööön bedauert werden, na – man tut was man kann!
Nun hoffe ich, dass er die nächste Zeit seine Wunde weitgehendst in Ruhe lässt, damit sich die Haut
erneuern kann.
Das ist meine größte Sorge – da mein Chaot ja auch mein Rupferle ist.

...eine Woche später
Die Dunenfederchen am Bauch sind weniger geworden. Aber nen
Schönheitspreis wollten wir eh' nie erreichen!!
Er ist wieder cool drauf, seine "Düsenjägerflüge - ratz-fatz um die Ecken
rum - funktionieren wieder - und das Wichtigste - seine Wunde läßt er
noch in Ruhe. An das was er links und rechts davon zupft hab ich mich
gewöhnt:-)). Mein Bedauern hält sich nun auch in Grenzen und wir sind
zum Alltag übergegangen.
doch so geht's auch
.... Jacky braucht keinen Schrank
sind Hennen vielleicht
doch schlauer??
*grübel*
bis
demnächst...
Die Wunde ist zu,
trocken - und er
läßt sie in Ruhe!
und es sieht aus, als
ob sich Coco schon
wieder etwas neues
einfallen läßt...
Und fünf Wochen später haben wir
es mit vereinten Kräften geschafft!!
..ganz
schön
Glück
gehabt
mal
wieder!!:-))
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Anne's Graue
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